Das Eiskino – Kinospaß und Styropor

Für September 2002 war das erste NaturVision Festival im Nationalpark Bayerischer Wald geplant. „Noch viel zu lange hin …“, dachte sich wohl Festivalgründer Ralph Thoms, als er recht spontan bereits Mitte Februar mit einer Vorveranstaltung startete: Dem „Eiskino“ im „Kino-Iglu“ am Neuschönauer See. Die Filme handelten von Eisbären, Eskimos und Pinguinen – die Vorführerin von damals, Karin Hoffmann, erinnert sich …

Synergieeffekte (fast) am Ende der Welt – die Anfänge in Niederbayern

Ein Naturfilmfestival mit Strahlkraft im gefühlt hintersten Eckchen Deutschlands? Zweierlei war wichtig: Die Bevölkerung war voller Enthusiasmus und Tatkraft dabei und trug das Festival mit ihrer ansteckenden Begeisterung. Gleichzeitig war der Zuspruch der Filmschaffenden überwältigend. Gäste aus dem In- und Ausland feierten diesen neuen Ort der Begegnung und Vernetzung.

Udo Zimmermann – damals junger BR-Redakteur – erzählt …

Impulse und Spuren

Sich einmischen, Stellung beziehen, informieren, neue Impulse setzen – auch das ist NaturVision. Ein Beispiel aus den Anfangstagen des Festivals ist Arbeit in Sachen Wolf. Nach einem Ausbruch von Wölfen im Nationalpark Bayerischer Wald brachten wir beim Festival erstmals die Gesellschaft zum Schutz der Wölfe und die Jägerschaft auf dem Podium zusammen. Nach dem Festival musste es weitergehen. Wir gründeten den „Runden Tisch – Wolfsnetzwerk Bayern“, an dem viele Organisationen aus Bayern, Tschechien und Österreich ins Gespräch kamen. Und tatsächlich konnte man sich am Schluss auf ein gemeinsames Papier für die Öffentlichkeit einigen: „Wölfe in Bayern, was tun?“

Hier geht´s zum Interview mit Michael Großmann ...

NaturVision goes Ludwigsburg

2012 wechselte NaturVision in die Filmstadt Ludwigsburg. In nur wenigen Monaten mussten festivaltaugliche Orte gefunden oder Orte festivaltauglich gemacht werden. So begann alles im Kino Caligari und im Ludwigsburger Kulturzentrum, das kurzerhand zum Kino wurde. Eine spannende Zeit des Neuanfangs mit viel Improvisationskunst, immer tatkräftig unterstützt von Ludwigsburgs Medienbeauftragten Tanino Bellanca.

Hier geht´s zum Interview mit ihm Tanino Bellanca ...

Kinder und Jugendliche bei NaturVision – für unsere Zukunft

Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen war den Macher*innen von NaturVision von Beginn an eine Herzensangelegenheit. Schulfilmprogramme, Filmgespräche, Jugend- und Kinderjury, Medienworkshops und Schülerfilmwettbewerbe bereichern das Festival und haben bei vielen der jungen Teilnehmer*innen bleibende Erinnerungen hinterlassen. Martina Dobrusky nahm schon 2001 im Jahr vor Festivalbeginn am allerersten NaturVision Jugendworkshop teil.

Hier geht´s zum Interview mit Martina Dobrusky ...

Über Grenzen hinweg

Von 2002 bis 2005 wurde NaturVision von Euregio für die grenzübergreifende kulturelle Zusammenarbeit mit Tschechien gefördert. Voraussetzung war das Spiegelfestival in Vimperk, das bis heute existiert. Roman Hajník – Deutschlehrer am Gymnasium in Vimperk – hat die Veranstaltung vom ersten Tag an begleitet, als Dolmetscher, als Programmmacher und als Übersetzer der Filme.

Hier geht´s zum Interview mit Roman Hajník ...

Ludwigsburger Appell

Niemand hat das Recht, die Lebensgrundlagen anderer zu zerstören! Doch die Politik handelt zu wenig, wenn es um Artensterben und Lebensraumverlust geht. 2019 haben wir daher gemeinsam mit vielen Filmemacher*innen den Ludwigsburger Appell veröffentlicht und uns an die Politik gewandt mit der Forderung nach umfassendem politischem und gesellschaftlichem Handeln. Die Reaktionen der Politik vielen beschwichtigend aus: Man täte doch bereits so viel, um Natur und Umwelt zu schützen. Umso mehr freuen wir uns, dass sich gerade zeigt: Den Druck auf die Politik zu erhöhen, ist durchaus möglich und umsetzbar – auch mit rechtlichen Mitteln. Noch im Jahr des Ludwigsburger Appells wandte sich eine elfjährige Schülerin an die Deutsche Umwelthilfe und bat um Unterstützung dafür, die Bundesregierung für ihre klimapolitischen Versäumnisse anzuklagen – diese Unterstützung hat sie bekommen. Nun haben die Verfassungsrichter ihr Urteil gefällt und die Regierung verpflichtet, das Klimaschutzgesetz bis spätestens 2022 nachzubessern. Denn: Klimaschutz ist Grundrechtsschutz! Das hat das Bundesverfassungsgericht entschieden. Ein Grundsatzurteil, das den Weg frei macht für rechtliche Schritte gegen umweltzerstörende Aktivitäten!
Mehr Infos dazu auch hier ...

NaturVision goes China

Sie erregte durchaus Aufmerksamkeit im Bayerischen Wald – die Delegation von 15 chinesischen Dokumentarfilmschaffenden, die 2009 bei NaturVision in Neuschönau zu Gast war. Und NaturVision war sehr stolz auf diesen außergewöhnlichen Besuch. War es doch das erste Mal, dass sich chinesische und deutsche Dokumentarfilmer trafen, um miteinander über Natur, Tier und Umwelt im Film zu diskutieren. Der Workshop war Bestandteil des fünfjährigen Kooperationsvertrages, den Ralph Thoms ein Jahr zuvor in China unterschrieben hatte. Ein freundschaftlicher Kontakt und ein spannender Austausch sind bis heute geblieben.