Interview mit Martina Dobrusky

Martina Dobrusky war jüngstes Gründungsmitglied des Trägervereins. Nach dem Abitur war sie Praktikantin bei NaturVision. Von 2013 bis 2016 leitete sie die NaturVision Filmtage Neuschönau. Heute arbeitet die diplomierte Gestalterin für das „Neue Maxim Kino“ in München. Dass sie dort die Reihe „Cinema for Future“ ins Leben gerufen hat und sich leidenschaftlich für Umwelt- und Medienbildung engagiert, sind vielleicht auch Spuren ihrer frühen NaturVision Jahre.

Wann hast du NaturVision für dich entdeckt?

Ich habe 2001, noch im Vorfeld des Festivals, am ersten NaturVision Filmworkshop teilgenommen. Hier hat Ralph das NaturVision Konzept vorgestellt und klar gemacht, dass er unbedingt auch Jugendliche miteinbeziehen will.

Bei uns in Niederbayern wurde nie etwas in Richtung Film angeboten. Das allein fand ich schon cool. Das Ziel im Bereich der Bildmedien zu arbeiten hatte ich damals schon und naturverbunden war ich von kleinauf. Ich war Feuer und Flamme, dass beim Festival – zum Beispiel mit der Jugendjury – junge Leute miteingebunden wurden.

Was hat dir NaturVision über die Jugendworkshops hinaus gegeben?

Nach dem Abitur war ich einige Monate als Praktikantin bei NaturVision im Orgateam. Und man muss dazu sagen, dass wir Praktikanten wirklich Teil des Teams waren. Wir durften mitreden. Hier habe ich definitiv Blut geleckt, was organisatorische Tätigkeiten betrifft.

Du hast dann Fotografie und Medien studiert, am Theater gearbeitet und als Fotografin und Grafikerin. Aber NaturVision hat dich doch nie so ganz losgelassen?

Nach meinem Studium habe ich eine Zeit lang in Prag gelebt und eines Tages kam eine NaturVision Rundmail, dass eine Assistenz der Festivalleitung für die Filmtage in Neuschönau gesucht wird. Ich hatte sofort Lust darauf, hab Ralph angerufen und eh ich richtig darüber nachdenken konnte, war ich als Leitung für die Filmtage eingestellt. Das habe ich dann 4 Jahre lang gemacht – und habe auch die Anfänge in Ludwigsburg begleitet.

Dieses Jahr warst du Teil der Auswahljury bei NaturVision. Was ist dir wichtig am Festival?

Die Kombination aus den Themen Umwelt und Film war von Anfang an meines. Und das packt mich bis heute. Damit ist die Botschaft des Festivals, finde ich, heute noch wichtiger als vor 20 Jahren. Film spricht viel mehr Menschen an als jedes andere Medium. Mit der Kombination aus Text und Bild wird ein weitaus breiteres Publikum erreicht als etwa mit einem wissenschaftlichen Artikel. Gleichzeitig ist ein Angebot für die Filmschaffenden wichtig und der Austausch untereinander, der so nur auf einem Festival stattfinden kann.

Vielleicht das Wichtigste aber sind für mich – und das hat wohl auch mit meiner eigenen Biografie und meinem persönlichen Verhältnis zum Festival zu tun – die Angebote für Kinder und Jugendliche. Man muss schon früh – am besten in der Grundschule – mit Umwelt- und Medienbildung beginnen.