Interview mit Karin Hoffmann

Nach dem Start beim Eiskino hat Karin Hoffmann bis 2018 die Filmlogistik fürs Festival gemacht. Ihr grandioses technisches Wissen, ihr Filmverstand und ihr Improvisationstalent haben das Festival viele Jahre lang gestützt. Karin arbeitet im Filmmuseum München und hat unter anderem das Independent Festival Bimovie in München gegründet.

Du warst schon beim legendären „Eiskino“ dabei, das im Winter 2002 noch vor dem ersten Festival stattfand.

Ja – da bin ich mit meinem Kasten R4 gekommen mit den 16 und 35 mm Projektoren, die wir in einem Imbisswagen aufgestellt haben. Eigentlich sollte ein richtiger Iglu gebaut werden, um da drin die Filme vorzuführen. Ralph hatte sich darauf verlassen, dass es im Bayerischen Wald im Februar immer genug Schnee und Eis hat. Leider war überhaupt nichts da. Es wurde ein Kino aus einem Zelt und Styroporkulissen improvisiert. Allerdings war es auch ohne Eis so kalt, dass den Projektoren das Öl in den Adern erstarrte. Da mussten wir eine Heizung besorgen ...

War das Eiskino bei den Zuschauern ein Erfolg?

Klar – man schaute 20 Minuten Film, dann gabs heiße Suppe und Getränke – vielleicht alkoholische – ich kanns nimmer beschwören (lacht). Auf jeden Fall hat es die Leute neugierig gemacht und ich hatte einen totalen Spaß dabei.

Wie gings weiter mit dir und NaturVision?

Ich bin dabeigeblieben. War für die ganze Filmlogistik zuständig. Im ersten Jahr in Freyung bin ich mit meinen Filmen, dem Umrolltisch und einem Schlafsack in einem saukalten Tiefgaragenkeller mit Abgasluft und ohne Tageslicht gesessen. Da war ich froh, dass ich wenigstens die Kopien durch die schöne Gegend fahren konnte. Mein Arbeitsplatz wurde auf meine Beschwerden hin in den nächsten Jahren angenehmer (lacht).

Was hat für dich die Stimmung der Anfangsjahre ausgemacht?

Im Wald war damals eine super Crew, alles war professionell und doch Marke Eigenbau. Es war eine Riesenaction und richtig schweißtreibend, im Wald ein Zirkuszelt aufzustellen, die Seebühne oder die Waldbühne. Aber wir haben eine unvergleichliche Atmosphäre geschaffen. Das sind schöne Erinnerungen. Die Filmlogistik in Ludwigsburg habe ich später auch sehr gern gemacht. Dort ist es ganz anders – aber auf seine Art auch richtig gut!